Frieda Klausner: nah am Gast

Wertschätzung und gemeinsame Erlebnisse

Im Klausnerhof in Hintertux kommen an die 70 Prozent aller Gäste gerne immer wieder. Der älteste Stammgast wird demnächst 90 Jahr alt, erzählt Frieda Klausner, der die Nähe zu ihren Gästen ein echtes Herzensanliegen ist. Wir haben genauer nachgefragt, um zu verstehen, wie Gäste im Klausnerhof zu langjährigen Stammgästen werden.


Liebe Frieda, danke, dass du dir trotz des arbeitsintensiven Saisonstarts die Zeit nimmst, um uns etwas von deiner Leidenschaft für deine Gäste zu erzählen. Was meinst du, woran liegt es, dass ihr im Klausnerhof so viele Stammgäste habt?

Ich denke, das Entscheidende ist die Wertschätzung. Die Gäste liegen uns wirklich sehr am Herzen. Sie sind nicht einfach nur eine Buchungsnummer für uns, wir nehmen Anteil an ihrem Leben, an den guten und auch an den traurigen Momenten.

Wie sieht das konkret vor der Anreise und während des Aufenthalts im Klausnerhof aus?

Schon beim Ankommen bieten wir unseren Gästen das Du-Wort an. Das steht für uns für einen entspannten und persönlichen Umgang. Im Geschäfts- und Arbeitsleben sind die Gäste ja oft sehr unter Druck, das Siezen gehört zu dieser Arbeitswelt. Ein Aufenthalt im Klausnerhof soll genau das Gegenteil von Anspannung sein, man muss nicht aufpassen, was man wem sagt.

Das Mitleben mit den Gästen – wie können wir uns das vorstellen?

Wenn die Gäste spüren, dass wir uns für Ihr Leben nicht nur im Urlaub sondern auch außerhalb interessieren, entsteht eine persönliche Bindung. Wir bekommen dann zum Beispiel eine Karte mit dem Foto vom neugeborenen Enkerl oder von der Hochzeit eines Kindes. Aber wir erfahren auch, wenn jemand ernsthaft erkrankt oder gestorben ist. Das gehört halt zum Leben und Mit-Leben dazu. Dieses Vertrauen erfährt bei uns größte Achtung und Wertschätzung.

Damit diese Bindung entsteht, verbringst du doch sicherlich viel Zeit mit deinen Gästen? Was macht ihr zusammen?

Ja, das stimmt! Im Winter bin ich einmal die Woche mit den Gästen beim Skifahren und im Sommer gehen wir in der Gruppe wandern. Diese gemeinsamen Erlebnisse schweißen zusammen: Man kämpft beim Berggehen um jeden Höhenmeter, muss sich durchringen und erreicht dann ein Ziel. Anschließend gibt es viel zu erzählen. Das sind die Ereignisse, die bei allen im Gedächtnis bleiben und eine Bindung schaffen.

Wie heißt es so schön: Liebe geht durch den Magen! Können sich Gäste im Klausnerhof auch kulinarisch auf ein ganz besonderes Verwöhnprogramm freuen?

Allerdings, denn wir betreiben ja auch unsere eigene Landwirtschaft. Die Aufmerksamkeit, die wir unseren Urlaubern schenken, widmen wir auch der Erzeugung von hochwertigen Lebensmitteln. Und das wiederum schätzen die Gäste! Wir sind ein Partnerbetrieb von „Bewusst Tirol“, einer Initiative zur Förderung heimischer Produkte. Im Oktober haben wir die Auszeichnung als Bezirkssieger bekommen, das bestätigt unsere tägliche Arbeit und freut uns natürlich sehr. Wir wollen bewusst leben und unseren Gästen gezielt etwas Gutes tun, eben auch beim Essen.

Liebe Frieda, du gibst sehr viel – wo und wie tankst du neue Kraft?

Meine Familie ist für mich eine echte Kraftquelle. Wir unterstützen uns und helfen uns gegenseitig. Und dann sind da die Berge, beim Wandern und Skifahren kann ich gut abschalten und meine Energiereserven auffüllen. Das funktioniert auch, wenn ich mit Gästen unterwegs bin. Ich bin von Herzen gerne Gastgeberin und ich denke, das ist das eigentliche Geheimnis des Erfolgs!

Herzlichen Dank für’s Gespräch und alles Gute für eine schöne und erfolgreiche Wintersaison!